Uebung Nr. 2 vom 14.05.2011:

Bilfinger-Siegfried, 14.05.2011

Am 14. Mai 2011 war es mal wieder so weit: Die FW Arlesheim fuhr für eine Übung mit Flüssigkeits- und Containerbränden nach Zofingen in die Chemiewehrschule der Firma Siegfried und es sollte wieder ein heißer Tag werden. Hier berichten die beiden Rekruten Christian Epple und Simon Grossen, seit Januar 2011 in der FW Arlesheim, von ihren Erlebnissen und Eindrücken. Herzlichen Dank!
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"Siegfried, was soll das denn sein?" Anfangs hatte ich keine Ahnung, was ich mir unter diesem Namen vorstellen sollte. Es fiel allerdings auf, dass die Startzeit der Übung ungewohnt früh am Samstagmorgen war [6 Uhr], also musste schon etwas Größeres dahinterstecken. Nach einem kurzen Antreten vor dem Feuerwehrmagazin in Arlesheim hieß es auch schon aufsitzen und los ging die Fahrt mit dem ganzen Fahrzeugpark nach Zofingen in die Chemiewehrschule.

Die Reise ins kleine Städtchen dauerte etwa eine Stunde, was insofern schon mal super war, dass man so noch ein kleines Nickerchen machen konnte. In Zofingen angekommen, gab es für die meisten einen warmen Kaffee (oder auch nicht, wenn man Pech hatte), was aber keine große Rolle spielte, da es bald heiß zur Sache gehen sollte.

Nach der Aufteilung in zwei Gruppen durfte sich meine Gruppe zuerst etwas Theorie anhören, bevor es dann darum ging, eine Druckleitung aufzubauen und eine Wanne mit brennendem Heptan gekonnt herunterzukühlen, ohne dabei zu viel Wasser in die leichte Flüssigkeit zu spritzen. Nicht, dass diese noch wegschwimmt und sich das Ganze dann noch mehr ausbreitet. Mit dem Strahlrohr so eingestellt, dass das ausströmende Wasser einen Feuerschild bildete, konnte ich ganz nah an die Flamme heran, welche auch gleich vom Luftstrom angezogen wurde, was im ersten Augenblick trotz des Wissens, dass dies passieren würde, instinktiv etwas erschreckend war, sofort darauf aber auch viel Spaß machte. Nach der brennenden Wanne machten wir uns bald an den Aufbau und Einsatz eines dreifachen Löschangriffs, wobei wir eine große Fläche mit Schaum einschneiten, was sehr toll aussah und ich so noch nie gesehen hatte. Ich konnte dabei mit dem Pulverlöscher absichern, was in diesem Szenario zwar nur eine symbolische Aufgabe darstellte, da ja keine plötzlichen Flammenausbrüche zu erwarten waren, doch war ich damit trotzdem miteinbezogen und mittendrin statt nur dabei.

So hatten wir also schon bald verschiedene Techniken erklärt bekommen und geübt, und ein Blick auf die Uhr verriet, was uns der Bauch schon gesagt hatte: Es war Zeit für eine Pause und das Znüni. Bald saßen wir alle an den langen Tischen und verköstigten uns mit Sandwichs, tranken Kaffee, Cola und Rivella. Bald waren wir wieder gestärkt für den zweiten Teil der Übung.

Jetzt war der richtige Moment gekommen, den Atemschutz anzuziehen und sich in das heiße Übungshaus zu begeben. Bei ungewohnt schlechter Sicht, hohen Temperaturen und erschwerter Kommunikation war zu erleben, wie es vielleicht bei einem Ernsteinsatz sein könnte. Obwohl dabei so einiges natürlich nicht klappte, da wir (Rekruten) das so noch nie geübt hatten und damit ziemlich ins heiße Haus geworfen worden waren, konnte ich dabei viel lernen und es war sehr spannend, das Haus abzusuchen und sich mit dem Feuerschild gegen die plötzlich aufflammenden Brandherde zu behaupten. Die Einsatzbesprechung bestätigte, was wir alle schon wussten, nämlich, dass so einiges schief gegangen war. Dies störte mich aber überhaupt nicht, da ich so auch gesehen hatte, was man verbessern konnte und ich trotzdem das Gefühl hatte, schon viel gelernt zu haben.

So war es dann auch schon so weit, dass wir uns an die große Einsatzübung wagen konnten, welche wieder draußen auf dem großen Übungsplatz stattfand. Wieder als Rohrführer konnte ich verschiedene Feuer löschen, andere kühlen, und als der eine Brandherd gelöscht war und unmittelbar gerade mal nichts zu löschen war, beobachten, wie ein Trupp mit Schaum gerade einen Teppich legte, während ein anderer Trupp ein Feuer dazwischen bespritzte, so dass der schäumende Trupp gleich selbst großzügig eingeschäumt wurde. Obwohl das ja nicht ideal gelaufen war, war der Anblick doch sehr witzig und ich war selbst dann noch sehr guter Laune, als es darum ging, das viele eingesetzte Material wieder zu versorgen.

Schlussendlich war eine Dusche unbedingt nötig, da ich pflotschnass durchgeschwitzt war, und das Mittagessen hatten wir uns meiner Meinung nach alle sehr verdient. Dieses genossen wir nach einem kurzen Stadtspaziergang durch Zofingen, danach ging es über die rumpelnde Autobahn zurück ins heimische Magazin.

Christian Epple
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Es war für uns ja das erste Mal, dass wir auf einer solchen "Übungsanlage" waren. Dabei war sehr interessant, etwas über die Taktik bei den Flüssigkeitsbränden zu erfahren und dies auch gleich anzuwenden.

Beim Container habe ich sehr viel gelernt, etwa wie man bei Bränden & Rettungen in Häusern/Räumen vorgeht. Es war eine sehr spannende Erfahrung mit Atemschutz und der ganzen Ausrüstung in einem "heißen" Gebäude zu arbeiten. Die Einsatzübung war dann das eigentliche Dessert mit viel Action und das verdiente Essen zum Schluss fand ich sehr gemütlich. Insgesamt ein sehr gelungener Tag, der mir viel Spaß gemacht hat.

Simon Grossen

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